Düsseldorf zeigt Trends bei Bestattungen: Helle Särge, bunte Urnen und Asche mit neuem Leben. Die Bestattermesse in Düsseldorf zeigt, wie individuell und innovativ die Bestattungswelt wird. Viele Menschen wollen ihre Urnen in Friedwäldern beerdigt werden, aber auch die Seebestattung ist im Kommen. In Rheinland-Pfalz ist es laut dem Branchenvertreter mittlerweile unter bestimmten Voraussetzungen erlaubt, die Urne des verstorbenen Menschen mit nach Hause zu nehmen. In NRW darf man das bisher nicht. Der Wunsch, seine Liebsten auch nach dem Tod in der Nähe zu haben, ist auch Kern einer Geschäftsidee aus Düsseldorf. Das Unternehmen zeigt auf der Messe Urnen, aus denen Bäume wachsen, die man sich in den Garten pflanzen kann. Wer keinen Garten hat, kann auch einen Friedhof im Kreis Heinsberg nutzen. Rechtlich sei das kein Problem, meint Geschäftsführer Edwin Otten. Die Asche geht nämlich erst nach Holland, wo sie mit der Erde des angeplanzten Baumes vermischt wird. Der Vorgang wird sogar für die Hinterbliebenen per Video festgehalten. Nach Abstimmung mit der Familie kommt der Baum dann nach fünf oder sechs Monaten nach Hause. Da kann er dann im Rahmen einer Trauerfeier eingepflanzt werden. Ein weiteres Schwerpunktthema der Messe sind neue Softwares für Bestatterinnen und Bestatter. Teilweise mit Hilfe von KI sollen die Anwendungen ihnen die Arbeit leichter machen, zum Beispiel beim Kontakt mit Behörden. Die gewonnene Zeit könnten die Bestatter in die Gespräche mit Hinterbliebenen investieren. Denn der Beratungsbedarf sei erheblich gestiegen, sagt der Verband. Großes Thema sei die Frage, was eigentlich mit den Social Media-Accounts von Verstorbenen passiert. Ein Bestatter gab auf der Düsseldorfer Messe einen einfachen Rat: Einfach einen Passwortmanager benutzen und das zentrale Passwort einer vertrauensvollen angehörigen Person geben. Nach dem Tod könne diese Person sich um Pflege oder Löschung der Accounts kümmern.