Der Frühling 1979 war eine Zeit des Aufbruchs und der Euphorie für alle Fans von Fortuna Düsseldorf. Die Stadt pulsierte im Rhythmus des Fußballs, denn unsere Rot-Weißen schrieben Geschichte auf der europäischen Bühne. Es war die Saison, in der die Fortuna nicht nur im DFB-Pokal triumphierte, sondern auch einen atemberaubenden Lauf im Europapokal der Pokalsieger hinlegte, der in einem legendären Endspiel münden sollte.
Diese europäische Reise war gespickt mit unvergesslichen Momenten. Nach einem überzeugenden Start gegen die rumänische Mannschaft Universitatea Craiova wartete im Achtelfinale eine wahre Herausforderung: die Glasgow Rangers. Mit Herzblut und einer disziplinierten Leistung setzte sich die Fortuna in zwei packenden Duellen durch. Doch der wahre Prüfstein kam im Viertelfinale in Form von Inter Mailand. Das Hinspiel im altehrwürdigen Rheinstadion war ein Fest, das 0:0 gegen die Italiener ließ alles offen. Im San Siro zeigte unsere Mannschaft dann eine reife Leistung und zog mit einem 2:1-Sieg sensationell ins Halbfinale ein. Dort wartete Baník Ostrava aus der Tschechoslowakei, die ebenfalls keine leichte Hürde darstellten. Doch nach einem knappen 1:0-Sieg im Hinspiel und einem souveränen 2:1-Erfolg im Rückspiel stand fest: Fortuna Düsseldorf stand im Finale eines europäischen Wettbewerbs!
Die ganze Stadt war im Ausnahmezustand. Basel, die Stadt des Endspiels am 16. Mai 1979, wurde zu einem Meer aus Rot und Weiß. Tausende Fortuna-Fans machten sich auf den Weg, um ihre Mannschaft gegen den großen FC Barcelona zu unterstützen – eine Mannschaft gespickt mit Weltstars wie Johan Neeskens und dem jungen Hans Krankl. Die Atmosphäre im St. Jakob-Stadion war elektrisierend, ein wahres Fußballfest, das Fortuna-Fans bis heute in den höchsten Tönen loben.
Das Spiel selbst war ein Drama in fünf Akten. Barcelona ging früh in Führung, doch unsere Fortuna zeigte ihren unbändigen Kampfgeist. Thomas Allofs gelang der Ausgleich, und als kurz vor der Halbzeit Rüdiger Wenzel die Führung für Düsseldorf erzielte, schien der Traum greifbar nah. Doch die Katalanen schlugen zurück und glichen in der zweiten Halbzeit aus. Es ging in die Verlängerung – 30 nervenaufreibende Minuten, in denen beide Teams um jeden Zentimeter kämpften. Leider war es der FC Barcelona, der in der Verlängerung das entscheidende Tor zum 4:3 erzielte.
Trotz der tragischen Niederlage war die Heimkehr unserer Pokalhelden ein Triumphzug. Die Düsseldorfer Innenstadt war gefüllt mit Zehntausenden, die ihre Mannschaft feierten. Es war eine Niederlage, die sich wie ein Sieg anfühlte, denn die Fortuna hatte Europa gezeigt, wozu die Rot-Weißen fähig waren. Dieser Abend in Basel, dieses packende Duell, ist mehr als nur ein verpasster Titel; es ist ein Mythos, der tief in der F95-DNA verankert ist. Es erinnert uns an eine Zeit, in der Fortuna Düsseldorf auf Augenhöhe mit den europäischen Giganten spielte und mit Herzblut und Leidenschaft die Herzen der Fans eroberte. Es ist eine Inspiration, die uns immer wieder daran erinnert, dass mit unerschütterlichem Glauben und kollektivem Einsatz alles möglich ist.
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